Stratotyp:
Die Umgebung von Dolhain, wo die Formation am charakteristischsten ist. Die untere Grenze der Formation ist im Strassenbahnaufschluss etwa 2,5 km nördlich vom Bahnhof Dolhain (Kartenblatt Henri-Chapelle, 43-1) sichtbar. Die obere Grenze, durch die Basis der Hastière Formation gekennzeichnet, ist in einem Aufschluss entlang der Weser sichtbar, unterhalb der Eisenbahnlinie, etwa 500 m nördlich vom Bahnhof Dolhain (Kartenblatt Limbourg-Eupen).
Diese Formation ist durch das Vorkommen von 3 Karbonatepisoden gekennzeichnet, die von CONIL et al. (1961) als Biostrome bezeichnet werden und die schiefrig-sandige Abfolge (glimmerige, olivgrün-graue Shales und Siltite, mit feinen sandigen Zwischenlagen) durchschneiden:
- Der erste Biostrom wird durch eine Lage aus bioklastischem Kalkstein von 50 cm Mächtigkeit gebildet. Er befindet sich an der Basis oder am oberen Teil einer Sandsteinlage von ungefähr 1,80 m Mächtigkeit. Man kann ihn aufgrund des Vorkommens grosser Korallen (Palaeosmilia aquisgranensis) und gebänderter Stromatoporen erkennen;
- Der zweite Biostrom ist ein bioklastischer Kalksandstein von ungefähr 2 m Mächtigkeit, mit zahlreichen gebänderten und kugeligen Stromatoporen und Korallen (Palaeosmilia aquisgranensis);
- Der dritte Biostrom ("Biostrome principal de la Vesdre") ist ein Komplex aus sandigen und knolligen Kalksteinen, die von krinoidischem Kalkstein in Bänken mehrerer Dezimeter Mächtigkeit überlagert und von tonigen Zwischenlagen unterbrochen werden. Die (gebänderten und kugeligen) Stromatoporen, die Korallen (Palaeosmilia aquisgranensis, Campophyllum flexuosum) und die tabulaten Korallen (Syringopora, Yavorskia) sind häufig. Die Mächtigkeit beträgt ungefähr 20 bis 25 Meter. Diese Einheit bildet ein ausgezeichnetes Merkzeichen zur Kartierung.
Diese Formation ist aufgrund des Vorkommens von Stromatoporen bis zur Mulde von Hoof zu erkennen. Die Daten aus den Bohrungen zeigen allerdings eine starke Abnahme der Mächtigkeit der Biostrome mit einer völligen Dolomitisierung der karbonatischen Einheiten in Verbindung mit einer Verkieselung in Richtung Norden.
Auf das Vorkommen von zahlreichen Stromatoporen in den Übergangsschichten vom Famenne zum Tournai wurde von VERHOOGEN (1934) und VARLAMOFF (1937) in Herbesthal hingewiesen, aber die erste genaue Beschreibung der Lagen, die auf diesem Kartenblatt in diese Formation gestellt werden, stammt von CONIL et al. (1961) aus dem Eisenbahnaufschnitt nördlich des Bahnhofes von Dolhain. Diese Schichten wurden zuerst ins "Strunien" (Alter) und anschliessend auf biostratigraphischer Grundlage in die Etroeungt Formation gestellt. Es ist praktisch unmöglich, die Basis dieser Einheit zu finden. Aufgrund der lithologischen Einzigartigkeit wird hier ein neuer Name für diese Formation eingeführt, um sie vom Etroeungt Kalkstein in seiner Typuslokalität im Avesnois (Nordfrankreich) zu unterscheiden.
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